NIR erinnert an den Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden
Zwölf Jahre nach dem Beginn des Völkermordes an den Jesidinnen und Jesiden erinnert der Niedersächsische Integrationsrat (NIR) an die Opfer und an die bis heute Vermissten.
Am 3. August 2014 überfiel die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) die überwiegend jesidisch bewohnte Region Sindschar im Nordirak, die von vielen Jesidinnen und Jesiden Schingal genannt wird. Tausende Menschen wurden ermordet oder verschleppt. Frauen und Mädchen wurden versklavt und Opfer systematischer sexualisierter Gewalt. Hunderttausende mussten ihre Heimat verlassen.
Der Vorsitzende des NIR, Özcan Irkan, erklärt: „Der Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden darf nicht in Vergessenheit geraten. Wir gedenken der Ermordeten und stehen an der Seite der Überlebenden, der Vermissten und ihrer Angehörigen. Viele Betroffene leben heute in Deutschland und auch in Niedersachsen. Die Folgen der Verbrechen begleiten sie bis heute.“
Der Deutsche Bundestag hat die Verbrechen des IS im Januar 2023 als Völkermord anerkannt. Aus dieser Anerkennung erwächst Verantwortung: Die Verbrechen müssen weiter aufgearbeitet, die Verantwortlichen konsequent verfolgt und die Suche nach den Vermissten fortgesetzt werden. Überlebende benötigen einen verlässlichen Schutz sowie eine langfristige medizinische und psychosoziale Unterstützung.
„Erinnern allein reicht nicht aus“, betont Irkan. „Die Überlebenden brauchen Sicherheit und die Gewissheit, dass ihre Erfahrungen gehört werden.”
Gleichzeitig müssen wir jeder Form von religiöser Verfolgung, Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung entschieden entgegentreten. Der NIR setzt sich dafür ein, das Wissen über den Völkermord und seine bis heute andauernden Folgen in der öffentlichen Erinnerung zu verankern.
Gezeichnet
Der Vorstand
Niedersächsischer Integrationsrat (NIR)